Neue Debatte um Konrad-Kaserne

Unter dem Titel „Neue Debatte um Konrad-Kaserne“ berichtet die Süddeutsche Zeitung über die Diskussion um den Namensgeber der Bad Reichenhaller Skandalkaserne. Bekanntlich ist die örtliche Kaserne ist weiterhin nach dem „Schlächter von der Krim“, dem Nazigeneral Konrad benannt. In dem Artikel der SZ heißt es wörtlich.:

 „Die ‚Initiative gegen falsche Glorie‘ schlägt nun vor, die Kaserne künftig nach Feldwebel Anton Schmid zu benennen, der im Laufe des Zweiten Weltkriegs Hunderte von Juden aus dem Ghetto in Wilna gerettet hatte. Am 13. April 1942, vor 70 Jahren, wurde er dafür hingerichtet. ‚Die Benennung nach Anton Schmid würde weltweit als positives Zeichen wahrgenommen‘, sagt der Historiker Wolfram Wette, der die Initiative unterstützt.

General Rudolf Konrad, der bisherige Namensgeber der Reichenhaller Gebirgsjäger-Kaserne, gilt hingegen als bekennender Antisemit und fanatischer Gefolgsmann Hitlers. Er soll auf der Jagd nach Partisanen ganze Ortschaften zerstört haben. Nicht minder fraglich waren seine politischen Äußerungen. Es sei Hitlers Verdienst gewesen, ‚das Eindringen der bolschewistischen Horden nach Europa im richtigen Augenblick zu erkennen und den Stoß blitzschnell zu parieren‘, wird Konrad zitiert.“

Rudolf Konrad, war der erste Kommandeur des 1935 in Bad Reichenhall aufgestellten Gebirgsjäger-Regiments 100. Konrad bewies sich bereits im Vernichtungskrieg auf der Krim als antisemitischer Massenmörder. In diesem vom nationalsozialistischen Vernichtungswahn getriebenen Feldzug lies Konrad komplette Orte dem Erdboden gleichmachen. Konrad war außerdem bei der Gründung des Kameradenkreises der Gebirgstruppe, beteiligt. Dort erklärte er: „Wir hoffen, dass in der neuen Schale die gleichen Männer, die alten Soldaten stecken, die einst Kraft und Ruhm des deutschen Heeres und der Stolz des deutschen Volkes waren.“ 1966, praktisch zum 25. Jahrestag des Überfalls auf Kreta, wurde die Bundeswehr-Kaserne in Bad Reichenhall nach ihm benannt.