„Bad Reichenhaller Zustände“

„Wo die Zeit Urlaub macht“ ist der offizielle Werbeslogan von Bad Reichenhall. Ein sehr treffender wie die Jugendantifa Süd-Ost-Oberbayern in ihrem Vortrag „Bad Reichenhaller Zustände und antifaschistische Interventionen“ argumentiert.  Denn in Bad Reichenhall gibt es eine jährlich stattfindende SS-Gedenkfeier, eine Kaserne, welche nach einem Nazigeneral benannt ist, einen Vorsitzenden der örtlichen Soldatenkameradschaft, der nicht über Kriegsverbrechen reden will wenn er der Gebirgsjäger gedenkt, eine Brücke, die den faschistischen Angriffskrieg auf Kreta glorifiziert und eine geschichtsrevisionistische Gedenkfeier, an der der Bürgermeister teilnimmt. Das Referat thematisiert warum Bad Reichenhall ein Musterbeispiel für die geschichtsrevisionistische, militaristische Gedenkpolitik in der oberbayerischen Provinz ist und stellt Proteste gegen eine solche rechte Traditionspflege vor.

Die Infoveranstaltung findet in den nächsten Tagen in diversen Städten statt:

Do, 03.05.12 | 20:00 Uhr @ kafe marat, München
So, 06.05.2012 | 19:00 Uhr @ Z (Innstraße 45a) Rosenheim
Mo, 07.05.2012 | 19:30 Uhr @ Infoladen Landshut
Mi, 16.05.2012 | 19:00 Uhr @  freiraum dachau

Reichsbürger und Freien Kräfte Berchtesgadener Land

Die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München berichtet in ihrer Chronologie rechter Aktivitäten zum 23. April 2012:

Piding. Bei einer polizeilichen Fahrzeugkontrolle auf der Autobahn A8 weisen sich zwei PKW-Insassen mit selbst hergestellten Dokumenten des „Deutschen Reichs“ aus. Ein 54-jähriger Österreicher zeigt einen „Personalausweis des Deutschen Reichs“ und einen, ebenfalls selbst hergestellten, „Führerschein  des Deutschen Reichs“ vor, die 46-jährige deutsche Beifahrerin hat einen „Reichsausweis“ und einen „Reichsführerschein“, sowie zusätzlich ein Stempelsiegel aus dem „Reichsland Österreich“ dabei. Auf dem Polizeirevier melden sich nacheinander telefonisch zwei Frauen, die behaupten, sie seien von der „Staatsanwaltschaft Deutsches Reich“ bzw. der „Generalstaatsanwaltschaft in Berlin“ und protestieren gegen das polizeiliche Einschreiten. Die beiden Anschlussinhaberinnen können ausfindig gemacht werden, die Staatsanwaltschaft Rosenheim ermittelt gegen sie wegen Amtsanmaßung

 

Auch am 25. April 2012 waren bei der „Reinhold Elstner-Gedenkwache“ nach a.i.d.a Informationen unter den knapp 40 Neonazis auch Mitglieder der „Freien Kräfte Berchtesgadener Land“