Der Fall Distomo

Der Fall Distomo ist ein exemplarisches Beispiel für den Umgang der Bundesrepublik Deutschland mit einem NS-Verbrechen. Hieran zeigen sich alle Momente deutscher „Vergangenheitsbewältigung“: Verschweigen, Leugnen und aktiver Täterschutz bis in die 1970er Jahre durch die Bundesrepublik Deutschland. In den 1990er Jahren dann die scheinbare Umkehr: Deutsche Botschaftsvertreter_innen erscheinen auf Gedenkfeiern und legen Kränze nieder. Notwendige Konsequenzen werden aber nicht gezogen, im Gegenteil: Der Mord an 218 Menschen ist bis heute ungesühnt geblieben, die Täter wurden von den deutschen Ermittlungsbehörden nicht verfolgt und bestraft, die Opfer und Hinterbliebenen der Ermordeten nicht entschädigt.

Der vollständige Text Der Fall Distomo. Die verweigerte Entschädigung für ein NS-Verbrechen. ist in der dritten Auflage des Buches Griechenland im Würgegriff erschienen. Verfassende sind Jan Krüger und Martin Klingner, der am 14.Mai in Reichenhall im Rahmen des Hearings referiert. Der Text kann auch bei nadir.org heruntergeladen werden.