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Samstag: Erneut Neonazi SS-Gedenkfeier in Bad Reichenhall

Neonazis wollen am Samstag (06.05.17) in Bad Reichenhall erneut Gedenkfeier in Erinnerung an SS Division Charlemagne durchführen, das berichtet das aida-Archiv:

6. Mai 2017

Bad Reichenhall: Neonazistisches Gedenken an die SS-Division „Charlemagne“. Auch in diesem Jahr wollen Neonazis an die SS-Division Charlemagne mit einer Feier am Kugelbach erinnern. Diese soll um 14.00 Uhr am Kugelbachweg 1, oberhalb des Parkplatzes, stattfinden.

 

Quelle: https://www.aida-archiv.de/index.php/termine-2/rechte-termine/rechte-termine-sued/6660-6-mai-2017

Schliersee: Ästhetische Intervention an Freikorps-Tafel

kunsttaktion

Nicht nur in Reichenhall gibt es rechte Traditionspflege, sondern auch in Schliersee. An der „Freikorps-Gedenktafel“ auf dem Weinberg in Schliersee findet jedes Jahr im Mai eine von Alt- und Neonazis besuchte rechte Gedenkveranstaltung statt. Heute (Do 19.05.16) haben die Künstler Wolfram P. Kastner und Joss Bachhofer gemeinsam mit dem Bündnis gegen rechtsextreme Umtriebe im Oberland im Rahmen einer „Ästhetischen Intervention“ eine alternative Gedenktafel installiert. Die Gedenktafel mit der Aufschrift: „Für Akzeptanz und ein friedliches Miteinander. Gegen Naziterror und Rechtsextremismus einst und heute.“ soll nach Ansicht der Antifaschist*innen zukünftig die derzeitige Tafel, welche das rechtsterroristische Freikorps Oberland verherrlicht, ersetzen.

neue tafel

In einer Pressemitteilung heißt es:

„ Die alte Nazi-Gedenkstätte am Weinberg, zu deren Einweihung Göring anwesend war und zu der 1927 auch Hitler pilgerte, wurde zwar 1945 gesprengt. 1956 aber ließ der damalige Schlierseer Pfarrer Widholz eine neue Gedenktafel in die Außenmauer der Georgskapelle einfügen.

Welche Bedeutung dieser “Gedenkort“ für die Nazis hatte und immer noch hat, lässt sich gut nachvollziehen, wenn man die Rolle des Freikorps Oberland und des Bund Oberland in der NS-Zeit betrachtet – von der Bekämpfung der Münchener Räterepublik, der Beteiligung an der Ermordung Andersdenkender(Fememorde), der Teilnahme am Hitlerputsch bis hin zur Eingliederung in die SA und SS.“

Zur weiteren Information empfehlen wir die Broschüre „Die Geschichte der Kameradschaft Freikorps und Bund Oberland’“, welche zum kostenlosen download angeboten wird.

50Besucherinnen

DANKE! ευχαριστώ!

Wir danken allen Teilnehmer*innen des antifaschistischen Aktionstags in Bad Reichenhall. Gemeinsam ist es uns gelungen, ein eindrucksvolles Zeichen im Kampf um Entschädigung für deutsche Kriegsverbrechen, das Andenken an den Partisan*innenwiderstand und gegen faschistische Traditionspflege zu setzen . An dem vierstündigen Hearing nahmen rund 130 interessierte Personen teil, an der anschließenden Demonstration beteiligten sich rund 150 Mitstreiter*innen. Trotz der Versuche der Polizei, mit illegalen Maßnahmen wie Vorkontrollen[1] die Veranstaltungen und ihre Besucher*innen zu behindern und zu provozieren, konnten alle geplanten Programmpunkte umgesetzt werden.

(Bild: Robert Andreas via twitter)

Auf der Demonstration im Anschluss des Hearings wurde u. A. zur Erinnerung an die von deutschen Gebirgsjägern Ermordeten symbolisch eine Gedenktafel an der „Kreta-Brücke“ angebracht.

(Bild: Robert Andreas via twitter)

Wir werden am Sonntagabend den Tag noch mit einem ausführlicheren Bericht (Pressemitteilung) reflektieren. DANKE! ευχαριστώ! weiterlesen

US Army hilf uns doch – Die Wehrmacht trifft sich immer noch

Am gestrigen Donnerstag fanden sich einige Aktivist*innen mit dem Banner „Euer Verdrängen kotzt uns an“ und einem Transparent, das in deutscher und griechischer Sprache Entschädigungen für Kriegsverbrechen forderte, vor der General-Konrad-Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall ein: Dort hatte die Kameradschaft Bad Reichenhall im Kameradenkreis der Gebirgstruppe ab 18.00 Uhr ihren Kameradschaftsabend im Unteroffiziersheim angekündigt.

Allerdings waren Kameraden nur vereinzelt zu sehen: Offenbar wurde der Termin kurzfristig etwas ummodelliert und nur ein Ex-Militär der „Nach-1945er-Generation“ fand sich gegen 18.00 Uhr mit dem Fahrrad ein. Wer mit PKWs die Einfahrt passierte, war im Detail nicht zu erkennen.

Die Aktion bildete den Auftakt für ein »langes Wochenende«: Heute, Freitag, ist der Tag der Gebirgstruppe in Mittenwald – mit Brendtengedenkfeier ab 15.00 Uhr. Morgen, Samstag, Hearing und Demo. Am Mittwoch dann das Kreta-Gedenken in Bad Reichenhall.

Das Reichenhaller Tagblatt berichtet.

Stadtplan/Auftaktkundgebung

Hier findet ihr einen Stadt- und Zeitplan (download als pdf) für den antifaschistischen Aktionstag am Samstag in Bad Reichenhall. Achtung der Ort für die Auftaktkundgebung hat sich um ca. 100 Meter in Richtung Fußgängerzone verschoben: Start der Demo ist nun in der Kurstraße (Fußgängerzone) in Richtung Salzburger Straße und nicht vor dem Königlichen Kurhaus

Die Nummer des Ermittlungsausschuss ist: 089/4489638

Treffpunkte für die Anreise:

  • Nürnberg: 07.00 Uhr – Hauptbahnhof – Schalterhalle West
  • München: 08:30 Uhr – Hauptbahnhof – Anzeigtafel
  • Rosenheim: 09:15 Uhr – Bahnhof
  • Regensurg: Infos zur Anreise gibt es am Do 12.05 um 19 Uhr im LiZe
  • Salzburg: 09:50 Uhr – Hauptbahnhof

Demo Karte2

Stadtplan als pdf downloaden: Demo Karte2

Anreise

Für den 14.Mai gibt es folgende Zugtreffpunkte:

  • Nürnberg: 07.00 Uhr – Hauptbahnhof – Schalterhalle West
  • München: 08:30 Uhr – Hauptbahnhof – Anzeigtafel
  • Rosenheim: 09:15 Uhr – Bahnhof
  • Salzburg: 09:50 Uhr – Hauptbahnhof

Aufruf

Aufruf zu antifaschistischen Demonstration in Bad Reichenhall am 14. Mai 2016

EUER VERDRÄNGEN KOTZT UNS AN

NS-VERBRECHEN BENENNEN! OPFER ENTSCHÄDIGEN! RECHTE TRADITIONSPFLEGE ANGREIFEN!
Am 21.Mai 1941 beginnt die Wehrmacht mit der Luftlandung auf der griechischen Insel Kreta. Die Bevölkerung leistet vom ersten Tag an erbitterten Widerstand gegen den Überfall der eingesetzten Fallschirm- und Gebirgsjäger. Schon am dritten Tag ordnet der Kommandeur der im Salzburger Land aufgestellten 5.Gebirgsdivision, Julius Ringel (gestorben 1967 in Bayerisch Gmain, Nachbargemeinde von Reichenhall), Vergeltungsmaßnahmen gegen Zivilist_innen an: in eroberten Ortschaften sollen männliche Geiseln genommen und im Falle von Widerstandshandlungen je getötetem Wehrmachtssoldaten zehn Griechen ermordet sowie Ortschaften angezündet werden. Auf dieser Basis werden zahlreiche Massaker verübt, auch von Gebirgsjägern aus Bad Reichenhall. Rund um den 75. Jahrestag dieser Ereignisse möchten wir unseren Beitrag zur Erinnerungskultur in dieser Ortschaft leisten, die sich mit Kreta-Denkmälern, -Brücken und -Gedenkfeiern schmückt. Denn in Bad Reichenhall herrscht auch nach mehreren Jahren antifaschistischer Intervention ein aktives Verdrängen vor: Ein Verdrängen, bei dem die Opfer des Nationalsozialismus ganz explizit ausgeklammert bleiben um nicht den geringsten Missmut gegenüber der ortsansässigen Gebirgstruppe zu erzeugen; ein Verdrängen, bei dem darüber hinaus nazistisches Gedenken akzeptiert bleibt. Dieses Verdrängen kotzt uns an. Und so bleibt uns nichts anderes übrig als auch 2016 nach Bad Reichenhall zu reisen um dort NS-Verbrechen zu benennen und Entschädigung für die Opfer zu fordern. Doch erst einmal der Reihe nach… Aufruf weiterlesen

Sa, 14.05.16: Hearing in Bad Reichenhall

banner reichenhall 2016
Am 20. Mai 1941 griff die deutsche Wehrmacht (u.a. „Gebirgsjäger“ aus Bad Reichenhall) die griechische Insel Kreta an, hielt sie bis zum 9. Mai 1945 besetzt und beging dort zahlreiche Kriegsverbrechen. Über 3500 Zivilist_innen wurden als Partisan_innen und deren Unterstützer_innen hingerichtet und über 30 Dörfer komplett zerstörte. Zum 75. Jahrestag der deutschen Invasion auf Kreta wollen wir in Bad Reichenhall – einem Ort, an dem bis heute dieser faschistische Angriffskrieg mit all seinen Verbrechen glorifiziert wird – Opfern eine Stimme gegeben. Am Sa, 14. Mai werden wir in Bad Reichenhall ein Hearing unter dem Motto „Die Verbrechen der Gebirgsjäger* auf Kreta“ mit einem Zeitzeugen, einem Vertreter eines griechischen Opferverbandes, Historiker*innen und einem Rechtsanwalt organisieren.
Die Veranstaltung beginnt um 12:00 Uhr im Kurgastzentrum Bad Reichenhall.
Teilnehmende des Hearings sind:

Ralph Klein (Historiker, NRW): Die Kriegsverbrechen der Bad Reichenhaller Gebirgsjäger
Ralph Klein ist Historiker und u.a. beim AK „Angreifbare Traditionspflege“ aktiv. Seine Forschungsschwerpunkte sind die deutschen Kriegsverbrechen in Griechenland und Italien. Er ist Mitherausgebender des Buches „Mörder unterm Edelweiß“ und wird die Beteiligung der Reichenhaller Gebirgsjäger an den Kriegsverbrechen auf Kreta präsentieren

Nikolaos Marinakis (Zeitzeuge, Kreta): Bericht eines Überlebenden des Massakers von Skines
Am 01.08.1941 zerstörte die 5. Gebirgsjägerdivision aus Reichenhall das Dorf Skines und ermordete 148 kretische Zivilist*innen, darunter die Familie von Nikolaos Marinakis. Der heute 92 jährige überlebte das Kriegsverbrechen und kämpfte in EPON und ELAS gegen die deutsche Besetzung von Kreta.
Aristomenis Syngelakis („Nationalrat für die Forderungen gegenüber Deutschland“, Athen): Die Position der Opfer
Aristomenis Syngelakis vom Opferverband Ano Viannos und Mitglied im Nationalrat für die Forderungen gegenüber Deutschland wird die Position der Opfer deutlich machen. Es geht um die Anerkennung der Verbrechen und um die Anerkennung des Leids der Opfer. Im Gegensatz zur Sicht der deutschen Regierung sind für ihn die Entschädigungsforderungen nicht vom Tisch

Martin Klingner (Rechtsanwalt, Hamburg): Der juristische Kampf um Entschädigung
Martin Klingner ist Rechtsanwalt in Hamburg und im „Arbeitskreis Distomo“ aktiv. Er hat die Familie Sfountouris in einem Entschädigungsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vertreten.

Moderation: Stephan Stracke (Historiker, Wuppertal)
Moderiert wird das Hearing von Stephan Stracke . Die Fortschungsschwerpunkte des Historikers aus Wuppertal sind: Geschichte des Nationalsozialismus, Täter-Forschung, Zweiter Weltkrieg und Arbeiter*innenbewegung.

Nach dem Hearing wird es unter dem Motto „Euer Verdrängen kotzt uns an! NS-Verbrechen benennen! Opfer entschädigen! Rechte Traditionspflege angreiffen!“ eine antifaschistische Demonstration (Aufruf) durch Bad Reichenhall geben. Auftakt ist um 17:00 Uhr in der Kurstraße nähe königliches Kurhaus.

Das Hearing ist eine Veranstaltung des Rabatz Bünbniss in Kooperation mit der, Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ), dem Fbk, dem Kurt Eisner Verein, der Petra-Kelly-Stiftung und der Rosa Luxemburg Stiftung und wird aus Mitteln des Solidaritätsfonds der Hans-Böckler-Stiftung unterstützt. Agyris Sfountouris, hat aus gesundheitlichen Gründen seine Teilnahme abgesagt.

Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien und Organisationen oder dem Kameradenkreis der Gebirgstruppe angehören oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder militaristische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren.

01b

Demonstration „Entnazifizierung und Entmilitarisierung“ in Bad Reichenhall

BAD REICHENHALL, LKR. BERCHTESGADENER LAND. Am Samstag, 19. Mai 2012 demonstrierten  in Bad Reichenhall rund 150 Menschen für die „Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls“. Auf der vom RABATZ-Bündnis organisierten Demonstration  wurde unter anderem der Umgang mit der Neonaziszene in Bad Reichenhall  kritisiert und ein Ende der ungebrochen rechten Traditionspflege durch die Bundeswehr gefordert.
„Wir sind heute hier, um rechte Traditionspflege der Bundeswehr
anzugreifen. Dabei wollen wir keineswegs den Ruf der Bundeswehr oder den Ruf des Ortes Bad Reichenhall retten, sondern den militaristischenNormalzustand in der oberbayerischen Provinz angreifen.“ Mit diesen Worten startete einer der ersten Redebeiträge auf der antifaschistischen Demonstration. Die Polizei hingegen schien andere Ziele zu verfolgen: Unter juristisch äußerst fragwürdigen Vorwänden wurde die Demonstration mehrfach gestoppt und ein reibungsloser Ablauf verhindert. Ohne gesetzliche Grundlage mussten sich Anreisende beinahe ausnahmslos schon
bei der Ankunft Taschen und Rucksäcke durchsuchen lassen und ihre Personalien aufnehmen lassen. Neben den völlig übertriebenen Kontrollen schon vor Beginn der Demonstration, wurden einzelne
Demonstrationsteilnehmer*innen dazu gezwungen Fahnenstangen abzusägen.
Die zahlreichen Repressalien, denen die Demonstrationsteilnehmer*innen ausgeliefert waren, stehen nach Auffassung der Veranstalter*innen im Widerspruch zu demokraischen Grundrechten wie der im Grundgesetz formulierten Versammlungsfreiheit. „Dass die Demokratie nicht durch uns Antifaschisten und Antifaschistinnen gefährdet ist,“ so Maximilian
Buchner, Pressesprecher des Rabatz-Bündnis, „sondern dadurch, dass von Seiten der Staatsgewalt Teilnehmer*innen antifaschistischer Demonstrationen gegängelt werden, hat sich in Bad Reichenhall wieder einmal gezeigt. Die Stadt Bad Reichenhall und das Landratsamt Berchtesgadener Land, das die Durchführung der Demonstration mit völlig unverhältnismäßigen Auflagen eingeschränkt hat, hatte alle Register gezogen, um einer längst überfälligen Auseinandersetzung mit der  in der Stadt betriebenen geschichtsrevisionistischen Gedenkpolitik um Kretabrückenfest und SS-Gedenken sowie dem lokalen Naziproblem aus dem Weg zu gehen.“
Erst  vergangenen Samstag konnte in Bad Reichenhall am Kugelbach ein SS-Gedenken störungsfrei stattfinden bei dem sich ca. 70 Neonazis zusammenfanden. Bei der letztjährigen SS-Feier waren auch die beiden verurteilten Rechtsterroristen Martin Wiese und Karl-Heinz Statzberger anwesend, die 2003 wegen einem geplanten Sprengstoff-Attentat auf die Grundsteinlegung des jüdischen Kulturzentrums in München inhaftiert wurden.
Am kommenden Dienstag soll in Bad Reichenhall, unter Beteiligung der Bundeswehr, wieder die sogenannte „Kretagedenkfeier“ des örtlichen Kameradenkreis der Gebirgstruppen stattfinden. Der oftmals als „Selbsthilfegruppe für Kriegsverbrecher“ bezeichnete Kameradenkreis wurde u.a. von dem als „der Schlächter von der Krim“ bekannten Nazi-General Rudolf Konrad gegründet. Das RABATZ-Bündnis befürchtet, dass dort erneut „Geschichtsklitterung betrieben und der Angriffskrieg
der Wehrmacht auf Kreta glorifiziert wird“.  Nach Auffassung des Vorsitzenden des örtlichen Kameradenkreises der Gebirgstruppen, Manfred Held, stehe das Gedenken im Zeichen „sinnloser Gewalt von beiden Seiten“. Buchner ist empört über solche Aussagen: „ Der Widerstand der kretischen Zivilbevölkerung und der Partisanen war legitim und alles andere als sinnlos, denn jeder Widerstand gegen die Wehrmacht hat dazu beigetragen, den Krieg schneller zu beenden und damit, Europa vom Faschismus zu befreien“