Archiv der Kategorie: Neonazis

SS-Gedenken am 07.Mai

Nach Informationen des aida-archivs halten Neonazis das jährliche SS-Gedenken 2016 am Sa, 07.Mai ab 14.00 Uhr am Kugelbachparkplatz/Karlstein ab. Laut einem Nazi-Flugblatt tritt als Hauptredner Philipp Hasselbach auf. Er ist Landesvorsitzender der Neonazi-Kleinstpartei „Die Rechte“.

Üblicherweise müssen Nazis um Hasselbach bei ihren Veranstaltungen mit erheblichen Widerstand aus der Zivilgesellschaft rechnen; so stellten sich beispielsweise in Rosenheim im August und September 2015 bis zu 1.000 Menschen Aufmärschen und Kundgebungen entgegen und verhinderten diese. Spätestens seit den Razzien bei fränkischen Partei-Mitgliedern im Herbst des vergangenen Jahres ist das Gefahrenpotential dieser Naziorganisation offensichtlich: Gefunden wurden 16 Kilo in Polen bestellter Kugelbomben, die tödliche Wirkung entfalten können. Laut Oberstaatsanwalt Ohlenschlager seien zwei Flüchtlingsunterkünfte und ein linker Treffpunkte in der Stadt mögliche Ziele gewesen. (Quelle: Endstation Rechts Bayern. Thomas Witzgall kommt zu der Einschätzung, Die Rechte agiere in Franken wie eine kriminelle Vereinigung.

SS-Gedenken in Bad Reichenhall

Aus der a.i.d.a Chronologie „Rechte Aktivitäten Mai 2012“ ist unter dem 12. Mai 2012 das SS-Gedenken in Bad Reichenhall vermerkt:

Bad Reichenhall. 70 Alt- und Neonazis treffen sich um 14.00 Uhr zu ihrer traditionellen „Gedenkfeier“ für die SS-Division „Charlemagne“ am Kugelbachparkplatz. Hauptredner ist der neonazistische Multiaktivist Roland Wuttke (Mering). Anschließend legen die Neonazis noch Kränze auf die Gräber der SSler auf dem Bad Reichenhaller Friedhof.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd verschickt anschließend eine Pressemitteilung, in dem die Naziversammlung als „Totengedenken“ verharmlost wird. Weiter heißt es: „Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd war mit Beamten umliegender Polizeidienststellen und weiteren Unterstützungskräften vor Ort, um den ordnungsgemäßen Ablauf der Kundgebung zu gewährleisten. Bereits gegen 15.30 Uhr wurde die Versammlung beendet. Der Versammlungsverlauf gab keinen Anlass zu rechtlichen Beanstandungen“. Am 17. Mai 2012 veröffentlicht der neonazistische Kameradschaftsdachverband „Freies Netz Süd“ (FNS) einen Bildbericht über das SS-Gedenken.

Neonazigruppierung „Jagdstaffel DST“ hat Kontakte in das Berchtesgadner Land

Seit der heutigen Pressekonferenz der Münchner Polizei berichten bundesweit zahlreiche Medien über die Großrazzia bei der Neonazigruppierung „Jagdstaffel DST“. Laut dem Bayerischen Rundfunk durchsuchten rund 350 Beamte am Donnerstag zeitgleich 31 Privat- und Geschäftsräume in München, Ober- und Niederbayern und beschlagnahmten dabei 780 Gegenstände . Bei den 16 Beschuldigten wurden unter anderem Schusswaffen, Munition, Schlagringe, Messer, eine Axt und diverse NS-Devotionalien gefunden.

Das RABATZ-Bündnis möchte darüber informieren, dass die „Jagdstaffel DST“ auch Kontakte zur lokalen Neonaziszene im Berchtesgadner Land unterhält. Ein Bild auf auf der Internetseite des „Aktionsbündnis (Süd/Ost) Oberbayern“ zeigt Mitglieder der Jagdstaffel DST“ bei der Gründung der Neonazikameradschaft „Freie Kräfte BGL“ am 24.03.2012. Neonazigruppierung „Jagdstaffel DST“ hat Kontakte in das Berchtesgadner Land weiterlesen

Reichsbürger und Freien Kräfte Berchtesgadener Land

Die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München berichtet in ihrer Chronologie rechter Aktivitäten zum 23. April 2012:

Piding. Bei einer polizeilichen Fahrzeugkontrolle auf der Autobahn A8 weisen sich zwei PKW-Insassen mit selbst hergestellten Dokumenten des „Deutschen Reichs“ aus. Ein 54-jähriger Österreicher zeigt einen „Personalausweis des Deutschen Reichs“ und einen, ebenfalls selbst hergestellten, „Führerschein  des Deutschen Reichs“ vor, die 46-jährige deutsche Beifahrerin hat einen „Reichsausweis“ und einen „Reichsführerschein“, sowie zusätzlich ein Stempelsiegel aus dem „Reichsland Österreich“ dabei. Auf dem Polizeirevier melden sich nacheinander telefonisch zwei Frauen, die behaupten, sie seien von der „Staatsanwaltschaft Deutsches Reich“ bzw. der „Generalstaatsanwaltschaft in Berlin“ und protestieren gegen das polizeiliche Einschreiten. Die beiden Anschlussinhaberinnen können ausfindig gemacht werden, die Staatsanwaltschaft Rosenheim ermittelt gegen sie wegen Amtsanmaßung

 

Auch am 25. April 2012 waren bei der „Reinhold Elstner-Gedenkwache“ nach a.i.d.a Informationen unter den knapp 40 Neonazis auch Mitglieder der „Freien Kräfte Berchtesgadener Land“

 

 

Sa 19.05.2012 Demonstration für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls

Auch nach unserer Demonstration im vergangenen Jahr haben sich die untragbaren Zustände in Bad Reichenhall wenig verändert. Deshalb wird es am Samstag den 19.05.2012 unter dem Motto „Wo die Zeit Urlaub macht #2 – Für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls“ auch in diesem Jahr ein antifaschistische Demonstration in Bad Reichenhall geben. Hier der Aufruf des RABATZ_Bündnis zur Demonstration: Sa 19.05.2012 Demonstration für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls weiterlesen

Film über Neonazikonzerte – wieder Rechtsrockkonzert in Verona

Unter dem Psydonym Thomas Kuban filmt ein Undercover Journalist seit fast zehn Jahren und unter Lebensgefahr Nazikonzerte und ganz Europa. Nun gibt es einen Film über seine Rechercheergebnisse: „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“. Vor wenigen Wochen feierte der Film auf der Berlinale 2012 Premiere. Auf der Internetseite zum Film  gibt es inzwischen auch vier Filmclips. Auf Clip 4 ist Thomas Kuban auf einem Nazikozert in Ungarn, auf dem auch bayerische Neonazis zu sehen sind. Wir vermuten, das es sich um ein „Blood & Honour“ Konzert aus dem Jahre 2007 handelt (es berichteten u.a. das NDR-Magazin Panorama & und das onlineportal redok. Der gefilmten Neonazi-Liedermacher (ab 0:35) ist „Edei“ (Manfred Edelmann) aus Piding, der auch zeitweilig als Bassist der Rechtsrockband „Kraftschlag“ tätige war. In dem Konzertmitschnitt grölt Edelmann u.a. „Adolf Hitler steig hernieder und regiere Deutschland wieder. Lasse in diesen miesen Zeiten das ganze Pack nach Auschwitz reiten. (…)“ und „Ja, man muss zuerst das Giftgas in die Kammer füll’n und um das Ganze einen schicken Schleier hüll’n. Mit ner Brause und nem Abfluss, wie ne Dusche sieht das aus. Und fertig ist der Holocaust.“

Auch Neonazis aus dem Berchtesgadner Land reisen immer wieder zu Rechtsrockkonzerten ins Europäische Ausland. Mit einer Pressemitteilung im vergangenen Jahr haben wir auf Fotos hingewiesen, die Bad Reichenhaller Neonazis auf dem sogenannten „Veneto Fest“, eine große Rechtsrock-Veranstaltung in Nordostitalien, zeigen. Auf den Fotos präsentierten sich die oberbayerischen Nazis unter anderem mit einer „Bad Reichenhall Hate Society“ Flagge, zeigten den Hitler-Gruß und trugen T-Shirts mit der Aufschrift „University Auschwitz – gegründet 1941 – Genetik, Ethnologie, Endlösung“. Die auf den Fotos erkennbaren Bad Reichenhaller – Thomas Schreiber, Ronald Schneider sowie Wolfgang Buchstätter – waren auch auf dem SS-Gedenkenveranstaltungen am Gugelbach in Karlstein/Bad Reichenhall Film über Neonazikonzerte – wieder Rechtsrockkonzert in Verona weiterlesen

Neonaziaktivitäten in der Region – Beispiel Februar 2012

Die Neonaziszene in der Region Traunstein /Berchtesgadner Land agierte auch im Februar 2012 mit zahlreichen Aktionen fast ungestört. Viele der örtlichen Neonazis sind in den neonazistische Netzwerk „Freies Netz Süd (FNS) organisierte und marschieren bei deren Aufmärschen mit (u.a. mit „Traunstein“ Fahne) mit. Neben der Beteiligung an Naziaufmärschen (z.B. 14.01 in Mühldorf, 21.01. in München, 25.02 in Landshut -welche übrigens alle drei erfolgreich blockiert wurden) versuchen sie auch anonym im loklen Bereich zu intevenieren. So verteilten sie beispielsweise Anfang Februar in mehreren Orten (u.a. Bad Reichenhall) unter Eselsmasken Flugblätter und Mitte Februar stellen sie in Freilassing illegal Holzkreuze mit Nazipropaganda auf. Auch im Verein „FreiRäume“ welcher versucht in Halsbach (Landkreis Altötting) ein Nazizentrum zu etablieren sind die Nazis aus der Region Bad Reichenhall / Traunstein / Freilassing im harten Kern aktiv. Die Chronik des a.i.d.a. Archiv verdeutlicht welche Art von Veranstaltungen in Halsbach durchgeführt werden: Neonaziaktivitäten in der Region – Beispiel Februar 2012 weiterlesen

Jahrestag des Amoklauf von Bad Reichenhall

Heute jährt sich zum zwölften mal der Amoklauf von Bad Reichenhall. Der 16-jährige Schlosserlehrling Martin P. schoss am 1. November 1999 scheinbar wahllos auf Menschen. Vier Menschen starben – mehrere wurden verletzt. Die Waffe für die Tat entnahm er „offenbar ohne größere Probleme den Waffenschrank seines Vaters, eines leidenschaftlichen Sportschützen“ (…)und(…) „ehemaligen Bundeswehrsoldaten“ . Der Vater verpflichtete „sich Mitte der siebziger Jahre für zwölf Jahre bei der Bundeswehr (….)“ und war dort als Unteroffizier in „ der Artilleriekaserne Bad Reichenhall“. Wir möchten an dieser Stelle die, in Bad Reichenhall wenig thematisierte,  rechte Einstellung des Täters in Erinnerung rufen und zitieren aus dem SPIEGEL 45/1999:

„Die Kripo interessiert, wie die Eltern dazu stehen, dass die Zimmer ihrer Kinder voll von NS-Devotionalien waren. Unter anderem hing in Danielas Zimmer ein Hitlerbild, Martin hatte am Kopfende seines Bettes ein Hakenkreuz an die Wand gemalt. Daneben wurden in der ganzen Wohnung Musik-CDs mit rechtsradikalen Liedern sowie Gewaltvideos gefunden.“

Edelweiß statt Hakenkreuz

„Bad Reichenhall ist »irgendwie anders« – Gebirgsjäger folgen einem Nazi-General und schießen auf »Klein Mitrovica«“ so beginnt ein ausführliche Reportage von René Heilig welcher heute (21.06.11) im ND erschien. [den ganzen Artikel lesen]

Unter „Presseberichte“ findet ihr auf unserer Homepage übrigens eine Auflistung mit über 100 Berichten aus den unterschiedlichsten Medien im Zusammenhang mit dem Reichenhaller Bundeswehrskandal und rechter Traditionspflege in Bad Reichenhall. Aufgrund der unzähligen Berichte in den Medien ist es uns leider nicht möglich einen vollständigen Pressespiegel zu erstellen.

Erneut SS-Gedenken in Bad Reichenhall

Neonazis hielten im Bad Reichenhaller Ortsteil Karlstein am Sonntag, den 08. Mai 2011 erneut ein neonazistisches SS-Gedenken zur Glorifizierung der SS-Einheit Charlemagne ab. Das RABATZ-bündnis kritisiert, dass auch dieses Jahr den vermutlich 80 Teilnehmer_innen kein zivilgesellschaftliche Widerstand entgegengesetzt wurde und ruft zu für den 21.Mai zu einer antifaschistischen Demonstration in Bad Reichenhall auf. Erneut SS-Gedenken in Bad Reichenhall weiterlesen