Archiv der Kategorie: Rechtes Klima

General-Konrad-Kaserne wird umbenannt

Bad Reichenhall General-Konrad-Kaserne wird umbenannt – Bürgermeister soll sich vom Kameradenkreis distanzieren

Die „General-Konrad-Kaserne wird umbenannt“, dass berichtet die „Abendschau“ des Bayerischen Fernsehens am Freitag den 20.04.20121. Dem Bericht zufolge habe das Bundesverteidigungsministerium angekündigt, die General-Konrad-Kaserne in Bad Reichenhall noch im Laufe dieses Jahres umbenennen zu wollen. Der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU) bestätigte in dem TV-Bericht diese Meldung. Wörtlich sagte er: „Es ist in der Tat richtig, dass der bisherige Name der General Konrad Kaserne umbenannt werden soll. Das ist jetzt ein Thema, das man angehen kann, weil jetzt erst klar ist, dass die Kaserne überhaupt weiterhin besteht“. Zum möglichen neuen Namen wollte sich Schmidt laut Süddeutscher Zeitung2 nicht äußern.

Nachdem der Nazigeneral Konrad auch für das Bundesverteidigungsministerium untragbar geworden ist, sieht das RABATZ-Bündnis nun auch Bad Reichenhalls Bürgermeister Herbert Lackner (CSU) in der Pflicht. Er solle sich von dem von General Konrad gegründeten Kameradenkreis der Gebirgstruppe distanzieren, so Anna Jade eine Sprecherin des Bündnisses. Dieser von Kritikern als „Selbsthilfegruppe von Kriegsverbrechern3 bezeichnete Kameradenkreis organisiert jährlich im Mai in Bad Reichenhall eine sogenannte „Kreta Gedenkfeier“. Dazu Anna Jade wörtlich: „Es ist ein Skandal, dass ein demokratischer Bürgermeister bei einer solch geschichtsrevisionistischen Gedenkfeier, bei der die Täter_innen zu Opfern und Held_innen verklärt werden, teilnimmt“. General-Konrad-Kaserne wird umbenannt weiterlesen

Sa 19.05.2012 Demonstration für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls

Auch nach unserer Demonstration im vergangenen Jahr haben sich die untragbaren Zustände in Bad Reichenhall wenig verändert. Deshalb wird es am Samstag den 19.05.2012 unter dem Motto „Wo die Zeit Urlaub macht #2 – Für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls“ auch in diesem Jahr ein antifaschistische Demonstration in Bad Reichenhall geben. Hier der Aufruf des RABATZ_Bündnis zur Demonstration: Sa 19.05.2012 Demonstration für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls weiterlesen

Film über Neonazikonzerte – wieder Rechtsrockkonzert in Verona

Unter dem Psydonym Thomas Kuban filmt ein Undercover Journalist seit fast zehn Jahren und unter Lebensgefahr Nazikonzerte und ganz Europa. Nun gibt es einen Film über seine Rechercheergebnisse: „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“. Vor wenigen Wochen feierte der Film auf der Berlinale 2012 Premiere. Auf der Internetseite zum Film  gibt es inzwischen auch vier Filmclips. Auf Clip 4 ist Thomas Kuban auf einem Nazikozert in Ungarn, auf dem auch bayerische Neonazis zu sehen sind. Wir vermuten, das es sich um ein „Blood & Honour“ Konzert aus dem Jahre 2007 handelt (es berichteten u.a. das NDR-Magazin Panorama & und das onlineportal redok. Der gefilmten Neonazi-Liedermacher (ab 0:35) ist „Edei“ (Manfred Edelmann) aus Piding, der auch zeitweilig als Bassist der Rechtsrockband „Kraftschlag“ tätige war. In dem Konzertmitschnitt grölt Edelmann u.a. „Adolf Hitler steig hernieder und regiere Deutschland wieder. Lasse in diesen miesen Zeiten das ganze Pack nach Auschwitz reiten. (…)“ und „Ja, man muss zuerst das Giftgas in die Kammer füll’n und um das Ganze einen schicken Schleier hüll’n. Mit ner Brause und nem Abfluss, wie ne Dusche sieht das aus. Und fertig ist der Holocaust.“

Auch Neonazis aus dem Berchtesgadner Land reisen immer wieder zu Rechtsrockkonzerten ins Europäische Ausland. Mit einer Pressemitteilung im vergangenen Jahr haben wir auf Fotos hingewiesen, die Bad Reichenhaller Neonazis auf dem sogenannten „Veneto Fest“, eine große Rechtsrock-Veranstaltung in Nordostitalien, zeigen. Auf den Fotos präsentierten sich die oberbayerischen Nazis unter anderem mit einer „Bad Reichenhall Hate Society“ Flagge, zeigten den Hitler-Gruß und trugen T-Shirts mit der Aufschrift „University Auschwitz – gegründet 1941 – Genetik, Ethnologie, Endlösung“. Die auf den Fotos erkennbaren Bad Reichenhaller – Thomas Schreiber, Ronald Schneider sowie Wolfgang Buchstätter – waren auch auf dem SS-Gedenkenveranstaltungen am Gugelbach in Karlstein/Bad Reichenhall Film über Neonazikonzerte – wieder Rechtsrockkonzert in Verona weiterlesen

Neonaziaktivitäten in der Region – Beispiel Februar 2012

Die Neonaziszene in der Region Traunstein /Berchtesgadner Land agierte auch im Februar 2012 mit zahlreichen Aktionen fast ungestört. Viele der örtlichen Neonazis sind in den neonazistische Netzwerk „Freies Netz Süd (FNS) organisierte und marschieren bei deren Aufmärschen mit (u.a. mit „Traunstein“ Fahne) mit. Neben der Beteiligung an Naziaufmärschen (z.B. 14.01 in Mühldorf, 21.01. in München, 25.02 in Landshut -welche übrigens alle drei erfolgreich blockiert wurden) versuchen sie auch anonym im loklen Bereich zu intevenieren. So verteilten sie beispielsweise Anfang Februar in mehreren Orten (u.a. Bad Reichenhall) unter Eselsmasken Flugblätter und Mitte Februar stellen sie in Freilassing illegal Holzkreuze mit Nazipropaganda auf. Auch im Verein „FreiRäume“ welcher versucht in Halsbach (Landkreis Altötting) ein Nazizentrum zu etablieren sind die Nazis aus der Region Bad Reichenhall / Traunstein / Freilassing im harten Kern aktiv. Die Chronik des a.i.d.a. Archiv verdeutlicht welche Art von Veranstaltungen in Halsbach durchgeführt werden: Neonaziaktivitäten in der Region – Beispiel Februar 2012 weiterlesen

Friede, Freude, deutscher Eintopf – Rechte Mythen, NS-Verharmlosung und antifaschistischer Protest

Vor wenigen Monaten erschien im Mandelbaum Verlag das Buch „Friede, Freude, deutscher Eintopf – Rechte Mythen, NS-Verharmlosung und antifaschistischer Protest“ Die Beiträge zu Geschichtspolitik und Erinnerungskultur fokussieren auf die spezifische Situation in Kärnten/Koroska und das umstrittene Ulrichsbergtreffen, eines der größten Treffen von Veteranen der nationalsozialistischen Wehrmacht und (Waffen-)SS in Europa. Ausgehend davon werden unterschiedliche Facetten des österreichischen Umgangs mit der jüngeren Geschichte sichtbar gemacht. Ausgehend davon werden unterschiedliche Facetten des österreichischen Umgangs mit der jüngeren Geschichte sichtbar gemacht. Wir zitieren aus der Buchankündigung: Friede, Freude, deutscher Eintopf – Rechte Mythen, NS-Verharmlosung und antifaschistischer Protest weiterlesen

Jahrestag des Amoklauf von Bad Reichenhall

Heute jährt sich zum zwölften mal der Amoklauf von Bad Reichenhall. Der 16-jährige Schlosserlehrling Martin P. schoss am 1. November 1999 scheinbar wahllos auf Menschen. Vier Menschen starben – mehrere wurden verletzt. Die Waffe für die Tat entnahm er „offenbar ohne größere Probleme den Waffenschrank seines Vaters, eines leidenschaftlichen Sportschützen“ (…)und(…) „ehemaligen Bundeswehrsoldaten“ . Der Vater verpflichtete „sich Mitte der siebziger Jahre für zwölf Jahre bei der Bundeswehr (….)“ und war dort als Unteroffizier in „ der Artilleriekaserne Bad Reichenhall“. Wir möchten an dieser Stelle die, in Bad Reichenhall wenig thematisierte,  rechte Einstellung des Täters in Erinnerung rufen und zitieren aus dem SPIEGEL 45/1999:

„Die Kripo interessiert, wie die Eltern dazu stehen, dass die Zimmer ihrer Kinder voll von NS-Devotionalien waren. Unter anderem hing in Danielas Zimmer ein Hitlerbild, Martin hatte am Kopfende seines Bettes ein Hakenkreuz an die Wand gemalt. Daneben wurden in der ganzen Wohnung Musik-CDs mit rechtsradikalen Liedern sowie Gewaltvideos gefunden.“

Ich will nicht über Kriegsverbrechen reden, wenn ich der Gebirgsjäger gedenke

Unter der Überschrift „Harte Kerle auf gefährlichem Terrain“ erschien heute in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel vom Frederik Obermaier . Der Zeitungsbericht beschäftigt sich unter anderem mit der rechten Traditionspflege in Bad Reichenhall und unser Protest. Wörtlich heißt es:

Schon seit Monaten fordern pazifistische, linke sowie autonome Gruppierungen die „Entnazifizierung und Entmilitarisierung“ Bad Reichenhalls. Etwa 200 Menschen marschierten im Mai durch die Kurstadt, sie demonstrierten gegen „rechte Traditionspflege, Nazis und den militaristischen, nationalistischen deutschen Normalzustand“. Grund dafür: Die Reichenhaller Ortsgruppe des Kameradenkreises der Gebirgsjäger veranstaltet jährlich das sogenannte Kreta-Gedenken.

Die Kameraden treffen sich dafür an einer Brücke über die Saalach, nicht weit von der Kaserne entfernt, an einem Gedenkstein. Er erinnert an die 248 Reichenhaller Gebirgsjäger, die 1941 bei der Eroberung Kretas starben. Die Brücke selbst hat Reichenhalls Stadtrat in den 60er Jahren „Kreta-Brücke“ taufen lassen. Auf und vor Kreta starben jedoch nicht nur besonders viele Soldaten aus Reichenhall, bei Massakern der Gebirgsjäger auf der Insel starben auch Hunderte Einheimische. Für den Vorsitzenden des örtlichen Kameradenkreises, Manfred Held, sind sie kein Thema: „Ich will nicht über Kriegsverbrechen reden, wenn ich der Gebirgsjäger gedenke.“

Der komplette Artikel ist unter: http://www.sueddeutsche.de/bayern/gebirgsjaeger-auf-identitaetssuche-harte-kerle-auf-gefaehrlichem-terrain-1.1121843 zu finden.

 

 

Edelweiß statt Hakenkreuz

„Bad Reichenhall ist »irgendwie anders« – Gebirgsjäger folgen einem Nazi-General und schießen auf »Klein Mitrovica«“ so beginnt ein ausführliche Reportage von René Heilig welcher heute (21.06.11) im ND erschien. [den ganzen Artikel lesen]

Unter „Presseberichte“ findet ihr auf unserer Homepage übrigens eine Auflistung mit über 100 Berichten aus den unterschiedlichsten Medien im Zusammenhang mit dem Reichenhaller Bundeswehrskandal und rechter Traditionspflege in Bad Reichenhall. Aufgrund der unzähligen Berichte in den Medien ist es uns leider nicht möglich einen vollständigen Pressespiegel zu erstellen.

Erneut SS-Gedenken in Bad Reichenhall

Neonazis hielten im Bad Reichenhaller Ortsteil Karlstein am Sonntag, den 08. Mai 2011 erneut ein neonazistisches SS-Gedenken zur Glorifizierung der SS-Einheit Charlemagne ab. Das RABATZ-bündnis kritisiert, dass auch dieses Jahr den vermutlich 80 Teilnehmer_innen kein zivilgesellschaftliche Widerstand entgegengesetzt wurde und ruft zu für den 21.Mai zu einer antifaschistischen Demonstration in Bad Reichenhall auf. Erneut SS-Gedenken in Bad Reichenhall weiterlesen

Für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls – Aufruf zur antifaschistischen Demonstration am Sa. 21.05.2011

Am 20. Mai 1941 griff die deutsche Wehrmacht (u.a. „Gebirgsjäger“ aus Bad Reichenhall) die griechische Insel Kreta an, hielt sie bis zum 9. Mai 1945 besetzt und beging dort zahlreiche Kriegsverbrechen. Über 3500 Zivilist_innen wurden als Partisan_innen und deren Unterstützer_innen hingerichtet und über 30 Dörfer komplett zerstörte. Zum 70. Jahrestag der deutschen Invasion auf Kreta rufen wir dazu auf, am Sa, 21.05.2011 in Bad Reichenhall gegen rechte Traditionspflege, Nazis und den millitaristischen, nationalistischen deutschen Normalzustand zu demonstrieren. Für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls – Aufruf zur antifaschistischen Demonstration am Sa. 21.05.2011 weiterlesen